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Das "Kreuz mit dem Kreuz"

tl_files/praxis/dorn1.jpgMit dem Übergang vom Vierfüßler zum aufrecht gehenden Menschen veränderte sich auch der Bau der Wirbelsäule. Ihre charakteristische Form entwickelte sich in einer Zeit, als sich der Mensch noch den ganzen Tag lang bewegte: Er ging auf die Jagd, suchte nach neuen Nahrungsquellen und Behausungen und legte dabei große Strecken zu Fuß zurück.
Heute sind wir von dieser ursprünglichen "bewegten" Lebensweise weit entfernt. Wir laufen immer weniger und sitzen mehr und mehr. Doch dafür ist unser Körper, insbesondere der Rücken nicht geschaffen. Die Wirbelsäule, insbesondere auch die Bandscheiben, leiden unter den Fehlbelastungen und unter Schmerzen.
Man sollte sich folgendes vor Augen halten:
Auf den Wirbeln lastet ständig ein gewisser Druck. Selbst bei entspannter Rückenlage beträgt er ungefähr 25 kg, in Seitenlage bereits 75 kg. Beim aufrechten Stehen erhöht er sich auf etwa 100 kg, bei gebücktem Stehen oder aufrechtem Sitzen auf gut 140 kg, bei gebeugtem Sitzen gar bis zu 157 kg. Noch extremere Belastungen sind möglich, etwa beim Anheben von Lasten: 50 kg Gewicht üben dann bis zu 300 kg Druck aus! Bei Gewichthebern errechnete man sogar eine Beanspruchung bis über 1500 kg.

Nicht selten beginnen die ersten Symptome bereits im Schulalter; bis zu 50 Prozent der Schulkinder leiden bei uns an Haltungsfehlern, aus denen sich bald Schäden an der Wirbelsäule entwickeln können.

Aber nicht nur Haltungsfehler oder mangelnde Bewegung können zu Wirbelsäulenschäden führen, auch falsche Ernährung und das damit oft verbundene Übergewicht.

Auch besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Rückenproblemen, Psyche und Persönlichkeit. Dies ist bereits in unserer Alltagssprache eindeutig formuliert. Man spricht von "Rückgrat beweisen", "zu Kreuze kriechen", "ein breites Kreuz haben", "sich an einer starken Schulter anlehnen" oder eine "schwere Last tragen" - all diese Redewendungen spiegeln die Wechselwirkung zwischen Körper und Seele eindeutig wieder.
Z.B. treten gerade dann Bandscheibenvorfälle oder Ischialgien auf, wenn sich jemand in einer persönlichen oder beruflichen Krise befindet, oder unter großen körperlichen oder seelischen Belastungen steht. Die Erkrankung zwingt dann den Menschen eine Auszeit zu nehmen, die er sich sonst niemals zugestehen würde.

 

Hilfe durch die Dorn-Breuß-Methode

Breuß MassageBegonnen wird die Behandlung mit der Massage nach Rudolf Breuß. Sie ist eine ganz sanfte Behandlung, die seelische und körperliche Verspannungen löst. Durch vorsichtiges Dehnen der Wirbelsäule werden die Zwischenwirbelscheiben "belüftet" und das Johanniskrautöl, mit dem der Patient eingerieben wurde, kann einziehen. Damit wird die Regeneration der unterversorgten Bandscheiben eingeleitet. Rudolf Breuß benutzte das Bild eines Schwammes, um diesen Vorgang zu verdeutlichen. Ein Schwamm, auf den man ein 50-Kilo-Gewicht legt, ist nach sechs Wochen nur noch eine dünne Platte, selbst wenn man das Gewicht wieder entfernt. Gießt man jedoch Wasser darauf, dann kann der Schwamm wieder bis zu seiner ursprünglichen Größe aufquellen. Genauso erholen sich die Bandscheiben durch ein vorsichtiges "Belüften" und durch das Eindringen des Johanniskrautöls.

Voraussetzung für eine Behandlung nach der Methode Dorn ist, dass der Patient noch beweglich ist und selbst stehen kann. Zunächst erfolgt eine Korrektur der Beinlängen. Es hat sich gezeigt, dass bei etwa 80 Prozent der Patienten, die mit Wirbelsäulenproblemen Hilfe suchen, die Beine unterschiedlich lang sind. Auch wenn die Patienten es nicht bemerken, führt dies auf Dauer zu Beschwerden im Stützapparat, weil die Statik nicht mehr stimmt.

Schmerzen, Funktionsstörungen und Veränderungen an Organen oder Geweben - nicht nur am Rücken - sind häufig verursacht durch eine Störung der aus dem Rückenmark herausführenden Nerven, infolge einer Verschiebung, Fehlstellung oder Blockierung einzelner oder mehrerer Wirbel. Daher erspürt der Therapeut jetzt etwaige Fehlstellungen der einzelnen Wirbel und korrigiert sie.

Die Methode kann bei fast allen Formen von Rückenbeschwerden, Ischiasleiden, Nacken- und Kreuzschmerzen durchgeführt werden, auch bei Bandscheibenvorfällen (außer im akuten Stadium). Hilfreich ist sie auch bei sehr vielen anderen Störungen im Bewegungsapparat, wie z.B. Knieschmerzen, Schulter- und Ellbogenschmerzen, Tennisellbogen, Einschlafen der Hände oder Kopfschmerzen.

Durch ein erfolgreiches Einrichten der Wirbelsäule und des Darm-Kreuzbeingelenkes verändert sich oft auch das gesamte Körpergefühl, man fühlt sich wieder wohler, gerade und aufrecht!